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Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung eröffnet am Klinikum Siegen

Zentrum für seelische Gesundheit erweitert spezialisiertes Angebot

Sich Zeit für eine individuelle Beratung und Betrachtung von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung nehmen – dieses Ziel verfolgt das nun eröffnete „Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung“, kurz MZEB, am Klinikum Siegen. Durch eine barrierefreie, koordinierte und interdisziplinäre Diagnostik und Betreuung wird dort die ambulante Versorgung von Erwachsenen mit intellektueller Entwicklungsstörung oder schwerer mehrfacher Behinderung ermöglicht. Ein Angebot, das in ganz NRW bisher nur an wenigen Standorten existiert und eine wichtige Erweiterung des medizinischen Angebots in der Region darstellt.

„Wir freuen uns sehr, mit dem neuen Zentrum eine wichtige Versorgungslücke schließen zu können und erwachsenen Menschen mit Behinderung jene besondere Versorgung zukommen zu lassen, die sie benötigen“, erklärt Landrat Andreas Müller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Klinikums Siegen. Bereits Ende des vergangenen Jahres konnte das Klinikum Siegen mit der Eröffnung der neuen Tagesklinik sein Angebot des Zentrums für seelische Gesundheit erweitern. „Die Eröffnung des MZEB stellt nun einen weiteren wichtigen Schritt für den Ausbau der medizinischen Versorgung in unserer Region dar“, so der Landrat.

Auch Dr. med. Heiko Ullrich, Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit, ist dankbar für das neue Angebot, das dort ansetzt, wo die ambulante Regelversorgung bislang an ihre Grenzen kommt: „Menschen mit Behinderung können bis zu ihrem 18. Lebensjahr von sogenannten Sozialpädiatrischen Zentren versorgt werden, danach endet jedoch eine solche koordinierte medizinische Betreuung“, erläutert Ullrich. So stoßen erwachsene Menschen mit schweren Entwicklungsstörungen im regulären Versorgungssystem häufig aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten oder fehlender Kompetenzen der behandelnden Ärzte im Umgang mit dieser Patientengruppe, auf Barrieren.

Diese Barrieren werden mit der Eröffnung des MZEB am Klinikum Siegen nun durchbrochen. „Wir möchten in unserem MZEB eine interdisziplinäre gesundheitliche Versorgung bieten, dessen Abläufe sich flexibel nach den individuellen Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten richtet“, so Fachärztin Lisa Bommer, die die ärztliche Leitung des neuen MZEB übernommen hat. Unterstützung erhält Bommer von Fachärztin Annegret König-Bahrendt und einem Team, bestehend aus Psychologen, Heilpädagogen, Sozialarbeitern, Heilerziehungspflegern, Pflegefachkräften und medizinischen Fachangestellten. Durch die multidisziplinäre Fachexpertise erhalten die Patienten vor Ort eine umfassende und spezialisierte Diagnostik und Behandlungsplanung. „Wir möchten so gemeinsam eine größtmögliche individuelle Selbstbestimmung und eine umfassende Verwirklichung der Teilhaberechte gewährleisten“, erklärt Bommer. Der Schwerpunkt soll im neuen Zentrum vor allem in der Diagnostik und Therapie von neuropsychiatrischen Störungen liegen: Neben einer medizinischen, psychologischen und pädagogischen Diagnostik gehören auch eine psychopharmakologische Behandlungsplanung zum Angebot. Des Weiteren kann bei Bedarf eine Beratung zu nichtmedikamentösen Therapieoptionen wie zum Beispiel Physiotherapie oder Ergotherapie sowie eine Beratung von Angehörigen und Assistenzpersonen zu individuellen Unterstützungsangeboten erfolgen.

Der Standort des MZEB, in frisch renovierten Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Verwaltung des Klinikums Siegen in der Amalienstraße, bietet kurze Wege und erweitert das medizinische Angebot vor Ort. Durch Kooperationen mit anderen medizinischen Fachdisziplinen und niedergelassenen Fachärzten kann eine zielgruppenspezifische, umfassende und kontinuierliche medizinische Versorgung für Betroffene sichergestellt werden.

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